Rund 27 Milliarden Euro gaben Unternehmen im Jahr für die betriebliche Schulung ihrer Mitarbeiter aus. Das besagt die Weiterbildungserhebung 2008 des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft. Doch nicht jeder Euro ist gut angelegt: „Mindestens ein Viertel der Ausgaben verpuffen ohne nachhaltigen Effekt“, schätzt Hartmut Jöhnk. Der Geschäftsführer der Cegos Deutschland, der auch Geschäftsleitungsmitglied der internationalen Cegos Group ist, kritisiert nicht zeitgemäße Lernmethoden und Schulungsformen, die gerade in Deutschland noch stark verbreitet seien.
„Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Bedarf an betrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen und somit die Ausgaben kontinuierlich steigen, sollten Personaler die Nachhaltigkeit der von ihnen gewählten Maßnahmen überprüfen“, erklärt der 43-Jährige, der den weltweit führenden Anbieter im Bereich Globales Lernen repräsentiert.
Jüngere Generation lernt
anders
Im Zeitalter von Internet und Multimedia könnten
Unternehmen nicht ausgerechnet bei der Qualifizierung an
althergebrachten Methoden festhalten, so Jöhnk.
„Tatsächlich stehen immer noch klassische Schulungen
auf Platz eins. Das heißt, Mitarbeiter werden wie vor 20
Jahren im Präsenzlernen – extern oder betriebsintern
– durch einen Trainer geschult“, erklärt der Experte.
Viel effektiver sei es jedoch, auch neue Technologien zu
nutzen, um flexibel auf Bedarf, Zeitplanung und
Aufnahmefähigkeit des einzelnen Mitarbeiters einzugehen.
„Viele der jüngeren Arbeitnehmer und Führungskräfte
im Alter bis zu 40 Jahren sind mit dem Computer
aufgewachsen, so dass für sie oftmals Blended Learning
die ideale Lernform darstellt“, betont Jöhnk.
„Erstens können Mitarbeiter das Gelernte direkt am Arbeitsplatz und in der gewohnten Atmosphäre in die Praxis umsetzen. Zweitens kann jeder individuell und im eigenen Tempo lernen, wenn es in seinen Tagesrhythmus passt“, sagt Hartmut Jöhnk. „Und nicht zuletzt ist der Einzelne räumlich unabhängiger.“
Vorreiter
USA
?In den USA, aber auch in Großbritannien und Frankreich,
ist e-Learning bereits ein fester Bestandteil des
beruflichen Lernprozesses. Längst anerkannt ist auch die
hohe visuelle und pädagogische Qualität der
Schulungsmodule. Doch hierzulande stünden vor allem viele
Personaler der modernen Lernform noch skeptisch
gegenüber. Dabei sei e-Learning eine nachweislich
effektive Methode. „Unsere Evaluationen zeigen, dass
mehr als 85 Prozent der via e-Learning geschulten
Mitarbeiter erfolgreich gelernt haben“, berichtet
Jöhnk.
Bei Bedarf lasse sich e-Learning zudem jederzeit kombinieren durch Einheiten, die ein Trainer durchführe. Dieses so genannte Blended Learning bringe die größten Lernerfolge – und Unternehmen sparen letztlich Kosten. Davon ist nicht nur Jöhnk überzeugt. Bestätigt wird er durch die Studie zum multimedialen und globalen Lernen, die Cegos kürzlich veröffentlichte. Demnach sind knapp 90 Prozent von der Nachhaltigkeit des Blended Learning überzeugt. Befragt wurden mehr als 2.000 Mitarbeiter und rund 500 Human Resources Abteilungen und Trainingsmanager in Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich.



