Lena (10 Jahre) geht gerne zum außerschulischen Förderunterricht bei ihrer Therapeutin. Dort darf sie spielen, über Balken balancieren, Funktionstrainings machen und am Computer arbeiten. Lena kommt immer aus der Förderstunde ganz entspannt nach Hause. Lenas Mutter macht sich trotzdem Sorgen, denn leider macht ihre Tochter bei der Rechtschreibung keine Fortschritte. „Bei Lena wurde bereits Anfang der 2. Klasse eine Legasthenie diagnostiziert und da es in der Schule keinen Förderunterricht gibt, weil sowieso schon so viel Unterricht ausfällt, geht Lena seit 3 Jahren in eine außerschulische Förderung“, so Lenas Mutter.
In Deutschland sind 4 bis 5 Prozent der Menschen von einer Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung) betroffen. Trotzdem gibt es kein Berufsbild eines Legasthenietherapeuten. Der Begriff Lerntherapeut oder auch andere Bezeichnungen sind frei gewählt und sagen nichts über die Qualifikation des Therapeuten aus. Lenas Mutter hat den BVL um Beratung gebeten, denn Lena soll jetzt weiter zur Hauptschule gehen, obwohl sie die Begabung für die Realschule oder das Gymnasium hätte. Im Gespräch mit der Klassenlehrerin hat Lenas Mutter den Rat erhalten, mit der Tochter mehr zu üben und die außerschulische Förderung aufzugeben, weil sie Unsinn sei. Viele Eltern verzweifeln, weil sie nicht mehr wissen, wie es für ihre Kinder weiter gehen soll. „Gerne würde ich mit Lena zu Hause üben, ich weiß aber nicht wie. Wenn ich mit Lena den Unterrichtsstoff wiederhole, wird sie immer aggressiv, weil sie keine Erfolge beim Lernen hat. Selbst die Tropfen, die uns die Therapeutin zur Überwindung der Lernstörungen empfohlen hat, helfen nicht“, berichtet die Mutter.
In
wissenschaftlichen Langzeituntersuchungen wurde
nachgewiesen, dass Legastheniker langfristig nur von
Förderansätzen profitieren, die nah am
Schriftspracherwerb ansetzen und individuell auf die
Bedürfnisse eingehen. „Lesen lernt man nur durch Lesen
und Rechtschreibung durch ein gut strukturiertes
Rechtschreibtraining“, erläutert die Pädagogin Petra
Dröse vom BVL-Vorstand. „Es gibt viele sinnvolle
Förderansätze, die schulisch und außerschulisch
eingesetzt werden können. Man muss auch offen darüber
sprechen, dass einige Legastheniker eine Einzelförderung
benötigen“, fordert Petra Dröse.
Schulisch findet Förderung wegen fehlender Stundentafeln
und mangelnder Weiterbildung der Lehrer selten
anforderungsgerecht statt. Die Bildungspolitik hat es
versäumt, die Mittel für eine qualifizierte Aus – und
Fortbildung der Pädagogen sowie genügend Förderstunden
bereit zu stellen. So geraten Eltern oft an nicht
ausreichend qualifizierte Therapeuten. Der BVL hat aus
diesem Grund einen Standard formuliert, welche Ausbildung
ein qualifizierter Therapeut haben sollte. „Diese
Standards sollten auch für die Lehreraus- und Fortbildung
Grundlage sein“, so Dröse.
Lenas Mutter hat
jetzt entschieden, einen qualifizierten
Dyslexietherapeuten zu suchen. Leider steht der
Schulwechsel schon kurz bevor und Lena wird auf die
Hauptschule wechseln. „Ich bin sauer, weil wir 3
wertvolle Jahre verloren haben. Lena muss jetzt darunter
leiden, dass wir uns für die falsche Therapie
entschieden haben, obwohl sie durch die frühe Diagnostik
sehr gute Chancen gehabt hätte. Wir alle haben versagt:
Schule, Eltern und Therapeut. Schade, dass ich erst jetzt
die Beratung beim BVL gesucht habe“, bedauert Lenas
Mutter.
Weitere Informationen zum Thema und zum Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. sind im Internet abrufbar unter www.bvl-legasthenie.de.
Abdruck frei, Belegexemplar erbeten
506 Wörter, 3.645 Zeichen mit Leerzeichen
Weiteres Pressematerial:
Sie können in unserem Online-Pressefach schnell und einfach weiteres Bild- und Textmaterial zur kostenfreien Verwendung downloaden:
http://www.pr4you.de/pressefaecher/bvl
Ansprechpartner für Rückfragen zu dieser Pressemitteilung:
(1) Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.
Frau Annette Höinghaus
Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.
Postfach 11 07
D-30011 Hannover
Telefon: +49 4193 96 56 02
Fax: +49 4193 96 93 04
E-Mail: hoeinghaus@bvl-legasthenie.de
Internet: www.bvl-legasthenie.de
(2) PR-Agentur PR4YOU
Herr Holger Ballwanz, Herr Marko Homann
PR-Agentur PR4YOU
Schonensche Straße 43
D-13189 Berlin
Telefon: +49 30 43 73 43 43
Fax: +49 30 44 67 73 99
E-Mail: dialog@pr4you.de
Internet: www.pr4you.de



