Der Schüler hatte sich in der Woche vor der
Englischarbeit häufig in seinem Zimmer aufgehalten und
gab vor zu lernen. Nach der Prüfung, beim Mittagessen,
kam die obligatorische Frage der Mutter: „Wie
war’s?“ Der Sohn zuckte mit den Schultern und
murmelte, „Nicht so doll, ich wusste einfach nichts
mehr, hab’ alles vergessen. Blackout.“ Das genaue
Ergebnis war einige Wochen später rot auf weiß zu lesen:
mangelhaft plus. Die Eltern waren sauer. Sie straften
ihren offenbar zu faulen Filius einige Tage mit Strenge,
in der Hoffnung, dass er sich für die nächste Prüfung
mehr Mühe gibt. Außerdem wurden die gemeinsamen
Freizeitaktivitäten der nächsten Woche abgesagt. So oder
ähnlich geschieht es jeden Tag in vielen Familien. Klar,
es kommt vor, dass Kinder sich vor dem Lernen drücken und
es deswegen zu Wissenslücken kommt. Aber häufig genug
haben sich die Schüler tatsächlich umfassend vorbereitet
und haben trotzdem in der Prüfung einen so genannten
Blackout. Der wird vor allem durch Prüfungsangst
hervorgerufen. Dann kommt es bei einem übermäßig hohen
Stress- oder Angstpegel nicht selten zu kleinen oder sogar
großen Erinnerungslücken.
Wenn Eltern dann ohne Verständnis reagieren, nimmt der
Stress im allgemeinen weiter zu und bei der nächsten
Klassenarbeit wird die Prüfungsangst schlimmer. Ganz
besonders schwierig wird es, wenn die Eltern Liebe und
Zuwendung von den Schulnoten ihres Schützlings abhängig
machen, also Leistung in der Schule und Wert der Person
miteinander verknüpfen. Das vermittelt dem Kind
zusätzlich, dass seine Bedeutung innerhalb seiner Familie
vor allem vom Ergebnis einer Prüfung abhängt. Die Angst,
dann zu Versagen, steigert sich umso mehr und die Nerven
liegen blank. Für diese Kinder ist es dann oft
aussichtslos ihre Ängste überhaupt noch allein in den
Griff zu bekommen, denn die bessern sich meist nicht
einmal mehr nach guten Prüfungsergebnissen.
Eltern sollten versuchen, ihren Kindern den Druck zu
nehmen: „Mach Dich nicht verrückt, es gibt eine neue
Chance, bei der es besser klappen wird.“ In der
Vorbereitungsphase hilft es, wenn sie ihre Kinder aktiv
mit Lerntechniken unterstützen, und mit ihnen gemeinsam
überlegen, wie das Lernpensum zeitlich zu strukturieren
ist. Ein Arbeitstechnik-Tipp: Es ist beim Üben sinnvoll
den Lernstoff nicht nur zu lesen. Hilfreicher ist es, wenn
der Schüler die wichtigsten Regeln oder Zusammenhänge
mit eigenen Worten zusammenfasst und aufschreibt. Dann
kann er die Inhalte besser behalten und fühlt sich
sicherer.
Angst vor Klassenarbeiten nicht auf die leichte Schulter nehmen
Eltern sollten Prüfungsangst ihrer Kinder ernst nehmen
17.01.2011
Angaben zum Unternehmen
Eberlin - Training gegen Prüfungsstress und Prüfungsängste
Birgitt Eberlin
Adenauerallee 56
53113 Bonn
Deutschland
Tel: 0228.24004147
Fax: 0228.36016816
eMail:
email@eberlin.eu
http://www.eberlin.eu
Firmenbeschreibung
Eberlin-Training in Köln/Bonn und Berlin/Potsdam ist spezialisiert auf Prüfungsstress, Prüfungsängste, Vortragsangst und Bewerbungsstress. Sowohl in Einzeltrainings als auch in Workshops für Gruppen können mit verschiedenen Modulen Methoden gegen diesen Stress erlernt und eingeübt werden: Gedankenstopp - Mentaltechniken - Entspannungstechniken - Meditation - Lerntechniken. Workshops in anderen Städten nach Anfrage. Vorträge und Moderationen zum Thema können, je nach Zielgruppe, informativ, anschaulich oder spannend gehalten werden.
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