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Angst vor Klassenarbeiten nicht auf die leichte Schulter nehmen

Eltern sollten Prüfungsangst ihrer Kinder ernst nehmen

17.01.2011

Der Schüler hatte sich in der Woche vor der Englischarbeit häufig in seinem Zimmer aufgehalten und gab vor zu lernen. Nach der Prüfung, beim Mittagessen, kam die obligatorische Frage der Mutter: „Wie war’s?“ Der Sohn zuckte mit den Schultern und murmelte, „Nicht so doll, ich wusste einfach nichts mehr, hab’ alles vergessen. Blackout.“ Das genaue Ergebnis war einige Wochen später rot auf weiß zu lesen: mangelhaft plus. Die Eltern waren sauer. Sie straften ihren offenbar zu faulen Filius einige Tage mit Strenge, in der Hoffnung, dass er sich für die nächste Prüfung mehr Mühe gibt. Außerdem wurden die gemeinsamen Freizeitaktivitäten der nächsten Woche abgesagt. So oder ähnlich geschieht es jeden Tag in vielen Familien. Klar, es kommt vor, dass Kinder sich vor dem Lernen drücken und es deswegen zu Wissenslücken kommt. Aber häufig genug haben sich die Schüler tatsächlich umfassend vorbereitet und haben trotzdem in der Prüfung einen so genannten Blackout. Der wird vor allem durch Prüfungsangst hervorgerufen. Dann kommt es bei einem übermäßig hohen Stress- oder Angstpegel nicht selten zu kleinen oder sogar großen Erinnerungslücken.
Wenn Eltern dann ohne Verständnis reagieren, nimmt der Stress im allgemeinen weiter zu und bei der nächsten Klassenarbeit wird die Prüfungsangst schlimmer. Ganz besonders schwierig wird es, wenn die Eltern Liebe und Zuwendung von den Schulnoten ihres Schützlings abhängig machen, also Leistung in der Schule und Wert der Person miteinander verknüpfen. Das vermittelt dem Kind zusätzlich, dass seine Bedeutung innerhalb seiner Familie vor allem vom Ergebnis einer Prüfung abhängt. Die Angst, dann zu Versagen, steigert sich umso mehr und die Nerven liegen blank. Für diese Kinder ist es dann oft aussichtslos ihre Ängste überhaupt noch allein in den Griff zu bekommen, denn die bessern sich meist nicht einmal mehr nach guten Prüfungsergebnissen.
Eltern sollten versuchen, ihren Kindern den Druck zu nehmen: „Mach Dich nicht verrückt, es gibt eine neue Chance, bei der es besser klappen wird.“ In der Vorbereitungsphase hilft es, wenn sie ihre Kinder aktiv mit Lerntechniken unterstützen, und mit ihnen gemeinsam überlegen, wie das Lernpensum zeitlich zu strukturieren ist. Ein Arbeitstechnik-Tipp: Es ist beim Üben sinnvoll den Lernstoff nicht nur zu lesen. Hilfreicher ist es, wenn der Schüler die wichtigsten Regeln oder Zusammenhänge mit eigenen Worten zusammenfasst und aufschreibt. Dann kann er die Inhalte besser behalten und fühlt sich sicherer.



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Gesundheit & Medizin > Psychologie - 03.03.2011 - Eberlin - Training gegen Prüfungsstress und Prüfungsängste

Ein Blackout ist keine Einbildung

Patrick ist 16 Jahre und besucht eine Realschule in Berlin. Seit rund einem Jahr hat er Prüfungsängste in den Mathematikarbeiten, die ihn zu Beginn der Klausur überfallen: „Zuerst bekomme ich in meinem Magen ein schweres Gefühl wie Zement. Dann fühlen sich meine Arme an, als wären sie gelähmt und ich spüre so etwas wie ein Band um den... weiter lesen »

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