Berlin. Erstmals vertreten auf der dreitägigen Messe
„expolingua“ in Berlin war in diesem Jahr inlingua
Deutschland mit Daniel Wilmsen (Freiburg) als Referent und
dem Team des Berliner Trainingscenters als Standbetreuung.
Über 180 Aussteller aus mehr als 30 Ländern waren zur
mittlerweile 22. Internationalen Messe für Sprachen und
Kulturen ins Russische Haus gekommen. Im Blickpunkt dieser
Messe standen Informationen zu Sprachkursen, Sprachreisen,
Austauschprogrammen, Sprachlernsoftware und Lehrmitteln.
Schüler, Studenten und Lehrkräfte als Fachbesucher
konnten sich darüber hinaus innerhalb eines umfangreichen
Vortragsprogramms weiterbilden. Eine große Resonanz
erfuhr Daniel Wilmsen als Referent mit seinem Vortrag
„Schlüsselfaktor Sprache – welche Kompetenzen braucht
man im Zeitalter der Globalisierung?“
Die Welt rückt zusammen: Dass der Austausch in Politik,
Wirtschaft und Wissenschaft zunimmt und damit die
Notwendigkeit der Kommunikation über sprachliche und
kulturelle Barrieren hinweg wächst, verdeutlichte Daniel
Wilmsen in seinem kurzweiligen und aufschlussreichen
Vortrag. „Neben den grundlegenden sprachlichen
Kompetenzen, die selbstverständlich gewährleistet sein
müssen, sollten wir auch die Kulturen anderer Länder
verstehen.“ Anhand verschiedener Beispiele aus
unterschiedlichen Kulturkreisen stellte der Referent dar,
wie wichtig es beispielsweise sei, die Gesprächsführung
in Geschäftsbeziehung auf den entsprechenden Kulturkreis
auszurichten. „Ein Japaner legt höchsten Wert auf
Harmonie in den Gesprächen, hier trifft die typisch
deutsche Mentalität, ohne Umschweife das Ziel
anzusteuern, auf Unverständnis.“ Eines betonte Wilmsen
immer wieder: „Interkulturelle Kompetenz ist heute die
Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens.“ Doch
wie funktioniert die Vermittlung von interkultureller
Kompetenz? Neben Rollenspielen und Simulationen, so
empfahl der Sprachexperte, sollten während eines
Sprachtrainings auch die verbalen und nonverbalen
Kommunikationsmuster trainiert werden. Und noch etwas
wurde deutlich: „Englisch von der Stange reicht
nicht“. Ohne Frage stelle die Lingua Franca oftmals die
gemeinsame Sprachbasis dar, doch die Sprachtrainer
müssten die Eigenheiten in der Sprache der Kulturen
berücksichtigen. „70 Prozent der Trainingsinhalte bei
inlingua, die ausschließlich von Muttersprachlern
vermittelt werden, beziehen sich auf das Sprechen und
nicht auf die Grammatik, damit wird Sprache live in der
Kommunikation erlebbar.“ Seine Empfehlung zum Abschluss:
„Sprachtrainer müssen weiter sensibilisiert werden,
interkulturelle Aspekte stärker zu berücksichtigen. Ohne
diese Fähigkeiten werden Unternehmen zukünftig nicht
mehr erfolgreich sein können.“
„Englisch von der Stange reicht nicht“



