Die dringend benötigte internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen am Standort Deutschland wird zu einem Großteil durch Flexibilität geschaffen, die insbesondere das Modell Zeitarbeit bietet. Unternehmen müssen sich heute für übermorgen fit machen – um langfristig neue Jobs zu schaffen. Folgerichtig war Zeitarbeit in den beiden vergangenen Jahren bereits der Jobmotor in Deutschland.
„Wir sehen momentan die
hohe Bedeutung von flexibler Beschäftigung wie Zeitarbeit
für den Arbeitsmarkt und die Beschäftigung in
Deutschland. Trotz schlechter konjunktureller Stimmung
nimmt die Arbeitslosigkeit weiter ab. Flexible
Beschäftigung schützt demnach den Arbeitsmarkt bei
Phasen konjunktureller Schwächen“, interpretiert Dr.
Bernd Benikowski, Geschäftsführer des Trainingszentrum
Zeitarbeit. In fast allen ab 1984 abgeschlossenen
Tarifvereinbarungen wurden Regelungen aufgenommen, die
eine Umsetzung einer größeren
Arbeitszeitflexibilisierung vorsehen.
„Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass in Unternehmen
auf drei Ebenen spezielle (Vor-)Arbeit geleistet werden
muss, um ein neues Arbeitszeitmodell erfolgreich im
Unternehmen einführen zu können. Diese drei Ebenen sind
erstens die Unternehmensebene, zweitens die Führungsebene
und drittens die Mitarbeiterebene“, beschreibt Dr. Frank
Ernst, oberster Personalmanager bei Manpower, die
Situation.
Einig waren sich die drei Experten darin, dass sich durch den neuen Studiengang „Personalökonomie und Personaldienstleistung – Unternehmenswandel als Prozess“ die Managementkompetenz erweitert – bezogen auf alle Arten von Personaldienstleistungen. Dabei wird der Fokus in der Ausbildung praxisbezogen auf dem WIE, nicht auf dem WAS, liegen.
Der erste berufsbegleitende Studiengang wird nun ab Frühjahr 2009 an der FH Hamm angeboten. Didaktischer Partner mit Branchen-Expertise ist der Personaldienstleister Manpower. Dessen Motivation für die Zusammenarbeit ist die Verbesserung der Reputation der Zeitarbeit und die Möglichkeit, die wachsenden Anforderungen an moderne Flexibilisierungsinstrumente durch geeignetes Personal abdecken zu können.
Aber auch für die eigenen Mitarbeiter sieht Ernst Vorteile. Durch die Kooperation mit der FH Hamm können neue Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung angeboten und frühzeitig der Kontakt zu jungen Nachwuchskräften aufgenommen werden.
Grube stellt die Weichen auf Zukunft
„Die FH Hamm soll das erste wissenschaftliche Zentrum für den intelligenten Umgang mit den personellen Flexibilisierungsprozessen in Unternehmen werden“, versprach Grube am Mittwoch.
Erster Schritt ist ein Studium zu etablieren, das sich mit den erfolgskritischen Flexibilisierungsprozessen in Unternehmen auseinander setzt. Bereits im nächsten Jahr sollen sich die ersten Studenten für den Studiengang Personalökonomie und Personaldienstleistung immatrikulieren können. Die Personalökonomie ist ein relativ neues Forschungsgebiet an der Schnittstelle zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Volkswirtschaftslehre.
Das berufsbegleitende Studium an der FH Hamm dauert drei Jahre. Es bietet ein Bachelor-Studium für Abiturienten mit Hochschul- oder Fachhochschulreife in einer tätigkeitsrelevanten Vertiefungsrichtung. Die Studenten lernen die professionelle Anlage, Steuerung und Begleitung von Flexibilisierungsprozessen in Unternehmen. Sie erwerben darüber hinaus die Metakompetenz, alle Arten von Veränderungen in zeitgenössischen Unternehmen besser zu managen als ihre (internationalen) Konkurrenten.
Außerdem ist es möglich, ebenfalls berufsbegleitend und aufbauend auf dem Bachelor-Studiengang, ein Master-Studium in Logistik anzuschließen. Prinzipiell bietet sich die Möglichkeit, eine Promotion mit einem für Manpower relevanten Thema aufzunehmen. Die Betreuung erfolgt durch Grube. Aber auch eine Belegung von einzelnen Modulen in allen angebotenen Themenbereichen wie Facility-Management und Logistik oder übergreifenden Fächern wie Personalführung etc. ist möglich (Anrechenbarkeit auf ein individuelles Studium ist gegeben).
Flexibilisierung im Wandel
Die Diskussion um eine beschäftigungsorientierte Arbeitszeitverkürzung verlagerte sich in den folgenden Jahren zunehmend auf die Flexibilisierung der Arbeitszeit. Modelle für flexible Arbeitszeiten sind u.a. Gleitzeit, Jahresarbeitszeit, Teilzeit und schließlich insbesondere die Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit).
„Bis vor wenigen Jahren wurde ein Wachstum in der Zeitarbeit ausschließlich als Frühindikator einer aufkeimenden Wirtschaft interpretiert. Motto: Erst wenn sich die Nachhaltigkeit des Wachstums zeigt, stellen Unternehmen selbst Mitarbeiter ein. Zeitarbeitsunternehmen erkennen dies unter anderem daran, dass Kundenunternehmen aktiv den Wunsch äußern, Zeitarbeitnehmer übernehmen und damit die eigene Stammmitarbeiterschaft ausbauen zu wollen. Im Schnitt werden 30 Prozent der Zeitarbeitnehmer von einem Kundenunternehmen übernommen. Flexible Ressourcen sind also die Brücke in den Arbeitsmarkt und für Wirtschaftswachstum“, so Ernst.
„Heute ist die Flexibilisierung der Arbeitszeit eine feste Größe in der Personalpolitik von Unternehmen. Kein Wunder, dass 2006 jede zweite neu geschaffene Stelle in der Zeitarbeit entstand, 2007 war es noch jede dritte. Die Zeitarbeit boomt und wächst weiter auf hohem Niveau, führt Benikowski aus.
Personaldienstleistungen werden für das Unternehmens-Management immer wichtiger
Unternehmen wollen oder können aus Kostengründen intern notwendige Kompetenzen nicht mehr vorhalten und bedienen sich externer Spezialisten, unter anderem für Rekrutierung, Projektarbeit, Betrieb von Service-Centern, Ausbildung etc. Oder Unternehmen wollen oder können aus Kostengründen vorhandene interne Ressourcen nicht länger vorhalten und nutzen die Möglichkeit des Outplacement.
Der Anteil der Zeitarbeitnehmer an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten liegt bei unter zwei Prozent, bis 2010 wird es in Deutschland über eine Million Zeitarbeitnehmer geben. Der europäische Durchschnitt beträgt ca. 2,5 Prozent.
Die Zusammenarbeit in der Hochschulförderung, die die private FH Hamm und der Personaldienstleister Manpower jetzt vereinbart haben, ist beispielhaft. Durch die Kooperation soll die Lehre und Forschung im Bereich Personalökonomie stärker gefördert werden. Das Fazit für Grube: Moderne Arbeitsplätze müssen flexibel, aber gleichzeitig attraktiv für alle Mitarbeiter sein.
Die FH Hamm bietet bereits erfolgreich Studiengänge mit Bachelor- und Master-Abschluss im Bereich der Logistik an. Der neue Forschungsschwerpunkt ergänzt in idealer Weise die bestehenden Studienangebote. „In der Logistikforschung stehen effiziente und wirksame Flexibilisierungsstrategien ganzer Prozessketten im Vordergrund. Es ist daher nahe liegend, Vorgehensweisen zu erforschen, die die Weiterentwicklung der Prozesse und den flexiblen Arbeitseinsatz miteinander verknüpfen“, so der Rektor der FH Hamm.
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Internet: www.wefra.de
Die SRH Fachhochschule Hamm ist eine private, staatlich
anerkannte Hochschule für Logistik und Wirtschaft. Die
Hochschule, gegründet 2005, ist als junge, innovative
Einrichtung aus der Hochschullandschaft Westfalens nicht
mehr wegzudenken. Eine enge Kooperation zwischen
Wirtschaftsunternehmen, öffentlichen Institutionen und
der Fachhochschule nimmt eine Schlüsselrolle in Bezug auf
die Lehrinhalte und die Schaffung von Studiengängen mit
einem spezifischen Qualifikationsprofil ein.
Den Studierenden wird eine anspruchsvolle, akademische
Ausbildung geboten, die neben praxisnahen Inhalten auch
Schlüsselqualifikationen vermittelt, wie sie heute in
einer Führungsposition oder einer Selbständigkeit
benötigt werden.
Das TrainingsZentrumZeitarbeit
(TZZ) ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut mit
Schwerpunkt in den Themenfeldern der Zeitarbeit.
Es berät Unternehmen der Zeitarbeit und andere Akteure
des Arbeitsmarktes. Es führt Forschungsprojekte durch und
erstellt Konzepte und Studien zur Modernisierung der
Branche. Dabei wird nicht nur der deutschen Arbeitsmarkt
in den Blick genommen, sondern es kann auch auf
Erfahrungen aus dem europäischen Ausland zurückgegriffen
und "gute Ansätze" der europäischen
Personaldienstleistung in Beratungen einfließen gelassen
werden. Es wird vor einem fundierten wissenschaftlichen
Hintergrund gearbeitet, aber auch die konkreten Probleme
der Unternehmen sind bekannt. Das TZZ spricht die Sprache
der Personaldienstleistungsbranche.
Manpower ist weltweit einer der führenden Personaldienstleister für Personalvermittlung, Zeitarbeit und Human Resources Lösungen. Manpower unterhält weltweit ein Netzwerk von 4.500 Niederlassungen in 80 Ländern. Dadurch ist Manpower in der Lage, die Anforderungen der etwa 400.000 Kunden – vom Kleinunternehmen, über den Mittelständler bis hin zu multinationalen Konzernen – zu bedienen. Manpower bietet seinen Mitarbeitern weltweit einen festen Arbeitsplatz mit Weiterbildungs- und Aufstiegschancen. Die Vision von Manpower besteht darin, führend in der Entwicklung und Bereitstellung von Dienstleistungen zu sein, mit denen Kunden und Bewerber in der sich ändernden Welt der Arbeit erfolgreich sein können.



