18:00 Uhr,
design akademie berlin,
Hochschule für Kommunikation und Design (FH)
Paul-Lincke-Ufer 8e, Eingang: Reichenberger Straße 80
10999 Berlin-Kreuzberg
Niemals zuvor in der
Kulturgeschichte hatten Menschen die Möglichkeit, aus
einer vergleichbaren Anzahl an Medienangeboten, Produkten,
Dienstleistungen, Berufsoptionen und Lebensentwürfen
wählen zu können. Für die Bewohner westlich geprägter
Konsumkulturen ist die Wahl zum täglichen Privileg und
zur täglichen Last geworden. Trotz und gerade wegen
dieses gigantischen Optionsraumes wächst die
Verunsicherung und Desorientierung angesichts schwer
benutzbarer Internetseiten, übervoller Regale und einer
allgegenwärtigen Werbepräsenz.
Wir versuchen an Hand vergleichender Studien zur
Werbewirkung von TV, Print und Online einige
beachtenswerte Ínsights zum grundlegenden Wandel der
Rezeptionsverfassung vorzustellen. Insgesamt ist etwa die
Wahrnehmung von stärker werdenden Scanning-Prozessen
gekennzeichnet; weiter scheinen sich insbesondere in den
jüngeren Zielgruppen heterogenere Wahrnehmungsschemata
auszubilden: diese werden auf unterschiedliche
Mediengattungen selektiv und parallel zugeschnitten - und
schnell gewechselt.
Marketing-Strategien, die ausgehend von veralteten
Werbewirkungsmodellen, wie etwa AIDA, versuchen den
Medienstrukturverfall durch eine simple Verstärkung der
Reizstärke zu kompensieren und damit die alte Synchronie
stiftende Kraft der Massenkommunikation über den Umweg
der Botschaft herzustellen werden sich schwer tun
erfolgreich zu sein.
Im Gegenzug plädieren wir für einen neuen
Verständnisansatz: die Neuro-Semiotik-Kommunikation soll
sowohl den schnellen Scanning-Prozessen, wie auch dem
Bedürfnis des Menschen nach intensiver Auseinandersetzung
im Sinne von Meditation und Aktion entsprechen.
Insbesondere das Verständnis der Impliziten
Rezeptionsverfassung ist eine der entscheidenden
Voraussetzungen um die basale Frage bei aller Werbeplanung
zu beantworten: Wann machen wir es oder wann lassen wir es
lieber?
Medienpsychologie, Werbewirkung- oder Markenforschung sind
die Spezialgebiete von Michael Schießl. Der
Diplompsychologe studierte Psychologie, Philosophie,
Soziologie und Kulturwissenschaften in München und
Berlin. Neben zahlreichen Forschungstätigkeiten baute er
den Bereich Werbewirkungsforschung bei eye square auf und
ist Dozent an der UdK Berlin.
Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit sich
über die drei Masterstudiengänge zu informieren: Ab dem
kommenden Wintersemester können zukünftige Studenten die
Masterstudiengänge Creative Direction (konsekutiv*),
Marketingkommunikation (nicht-konsekutiv*) und
Unternehmenskommunikation (berufsbegleitend)
absolvieren.
*konsekutiv, d.h. nur nach einem bestimmten, fachbezogenen Zugangsstudium aufnehmbar, bzw. nicht-konsekutiv, d.h. nach einem nicht festgelegten Zugangsstudium
Infos dazu unter: kd@design-akademie-berlin.de oder telefonisch unter: 030.616 54 80.



